Christoph-Mathias Mueller

In seiner künstlerischen Arbeit ist der Dirigent Christoph-Mathias Mueller stets bestrebt, das Spektrum seines Repertoires und den Stil seiner Interpretationen zu erweitern. Die Fachzeitschrift „Das Orchester“ schreibt beeindruckt: „Christoph-Mathias Mueller gehört zu den wenigen musikalischen Leitern, welche mit ihrem Schlag nicht nur Takt und Tempo vorgeben, sondern die ganze Musik modellieren… Ein Mann mit Esprit, ein fabelhafter Moderator.“

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung attestierte ihm bei seinem Premierendirigat am Moskauer Bolschoi-Theater jüngst, dass es ihm gelungen sei, das Bolschoi-Orchester leidenschaftlich und mit nerviger Agogik zu dirigieren.

Seit der Spielzeit 2005/06 ist Christoph-Mathias Mueller Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Göttinger Symphonie Orchesters und dirigiert dabei in jeder Saison über 60 Konzerte in Göttingen, in ganz Niedersachsen sowie bei Gast-Auftritten im In- und Ausland. Es gelingt ihm stets, für seine Konzerte hochrangige Solisten wie Dimitri Ashkenazy, Paul Badura-Skoda, Renaud und Gautier Capuçon, Stefan Dohr, Reinhold Friedrich, Kirill Gerstein, Simone Kermes, Emmanuel Pahud, Charles Rosen oder Frank Peter Zimmermann zu gewinnen. Die Presse ist begeistert, für wie viel „frischen Wind“ er beim Göttinger Symphonie Orchester gesorgt habe.

Christoph-Mathias Muellers Offenheit und sein künstlerisches Selbstbewusstsein führten im Laufe der letzten Jahre zu äußerst interessanten Konzert-Engagements. So war Mueller in der Saison 2004/2005 Künstlerischer Leiter des Cairo Symphony Orchestra und kehrt jedes Jahr als Gastdirigent dorthin zurück. Auch an der Opéra National in Straßburg ist er ein gern gesehener Gast und dirigierte dort in der Saison 2005/2006 die französische Erstaufführung des gesamten Balletts „Undine“ von Hans Werner Henze. Schließlich gab Christoph-Mathias Mueller im Januar 2006 sein erfolgreiches Debut in Moskau beim Russian National Orchestra. In jüngster Zeit kamen noch Konzerte in Italien beim Orchester der RAI Turin, bei der Staatskapelle Weimar sowie bei der Staatsphilharmonie in Brünn hinzu.

Geboren ist Christoph-Mathias Mueller in Peru, aufgewachsen in der Schweiz. Das Leben in unterschiedlichen Kulturen wurde für ihn zur Selbstverständlichkeit. Sein Violinstudium an der Musikhochschule Basel bei Hansheinz Schneeberger, Alexander Wijnkoop und Walter Levin schloss er 1992 mit dem Konzertdiplom summa cum laude ab. Die Nähe zur berühmten Schola Cantorum Basiliensis brachte ihn gleichzeitig auch mit der historischen Aufführungspraxis in Berührung, die er bis heute aufmerksam verfolgt und in seine künstlerische Arbeit integriert. An der Universität von Cincinnati/USA erlangte Christoph-Mathias Mueller schließlich auch den Master of Music im Dirigieren bei Prof. Gerhard Samuel und ging 1995 als Conducting Fellow nach Tanglewood/Massachusetts. Dort arbeitete er mit Seiji Ozawa, Robert Spano und Leon Fleisher zusammen.

Den größten Erfolg seiner damals noch jungen Laufbahn feierte Christoph-Mathias Mueller im Jahr 2000 als Gewinner des Internationalen Dirigier-Wettbewerbs in Cadaqués in Spanien. Seither gastierte er unter anderem bei der Tschechischen Philharmonie, dem Orchestre National de Lyon, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem BBC Welsh National Symphony Orchestra, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt, dem Scharoun Ensemble der Berliner Philharmoniker sowie beim Ensemble Modern. 

Zu einer entscheidenden künstlerischen Wegmarke wurde für Christoph-Mathias Mueller im Jahr 2001 die Begegnung mit Claudio Abbado, der ihn zum Assistenz-Dirigenten beim Gustav Mahler Jugendorchester ernannte. In dieser Funktion bereitete Christoph-Mathias Mueller das Orchester für die Tourneen vor und arbeitete eng mit den Dirigenten Claudio Abbado, Mariss Jansons, Franz Welser-Möst, Ivan Fischer und Pierre Boulez zusammen. Eine höchst erfolgreiche Arbeit, denn Christoph-Mathias Mueller wurden auch eigene Konzerte mit dem Orchester bei den Luzerner Osterfestspielen und vor dem Olympischen Komitee in Lausanne übertragen. Die Funktion eines Assistenz-Dirigenten übernahm Mueller auch im Sommer 2003 beim neugründeten Lucerne Festival Orchestra. 

Heute kann Christoph-Mathias Mueller bereits auf zahlreiche Konzerte mit renommierten Orchestern und einen über Jahre gewachsenen Dialog mit hochrangigen Interpreten zurückblicken. Dadurch gelang es ihm nicht nur, seine musikalische Sprache fortlaufend zu verfeinern, sondern sich auch ein individuelles künstlerisches Profil zu erarbeiten, das er mit großer Leidenschaft und immer auch mit dem nötigen Maß an Risikobereitschaft beständig weiter entwickelt.