Die Anfänge des Göttinger Symphonie Orchesters reichen bis in die Mitte des vorletzten Jahrhunderts zurück: Göttingen, das als Sitz einer Universität einen bedeutenden Ruf besaß, wollte seinerzeit auch eine Musikstadt sein. Am 5. November 1862 wurde August Ferdinand Schmacht (1826-1886) als neuer Göttinger "Stadtmusikus" eingestellt. Er leitete das neu gebildete Orchester, dessen Musiker gemäß behördlicher "Instruction" in der Lage sein mussten, "z.B. eine Beethovensche Symphonie" zu spielen. "Schmachtsche Kapelle" nannte sich das Orchester, und gab schon vier Wochen später am Donnerstag, dem 4. Dezember 1862, "Anfang 7 Uhr", ein "Großes Antritts-Concert" im Saal des Gastwirts L. Burhenne. Nach dem Tod von August Ferdinand Schmacht im Jahre 1886 wurde der in Berlin geborene und u.a. bei Joseph Joachim ausgebildete Rudolph Bullerjahn (1856-1911) zum städtischen Musikdirektor bestellt. Ihm verdankt der junge Klangkörper die Entwicklung auf ein höchst respektables Niveau, das bereits über die Stadtgrenzen hinaus Anerkennung fand.