Do., 02. Juni | Aula am Wilhelmsplatz Göttingen

AULA KLASSIK 5 (1)

Das Abschlusskonzert der Aula Klassik Reihe, in der es nicht nur um die konzeptionelle Konfrontation von klassischen und zeitgenössischen Werken geht, sondern auch um den Umgang, die Verarbeitung, die Variation von altbekannten Werken. Diesen Anspruch erfüllt auch das letzte Konzert der Serie.

Zeit & Ort

02. Juni 2022, 19:45
Aula am Wilhelmsplatz Göttingen, Aula am Wilhelmsplatz, Wilhelmspl. 1, 37073 Göttingen, Deutschland

Über die Veranstaltung

Ludwig van Beethvoven: Coriolan Ouvertüre

Unsuk Chin: Subito con forza

Matthew Hindson: The Rave and the Nightingale 

Pause 

Graeme Koehne: "To His Servant Bach God Grants A Final Glimpse"  

Franz Schubert: Symphonie Nr. 7 h-Moll D. 759 „Unvollendete“ 

Dirigent: Nicholas Milton

Gauss Quartett

Wie kaum ein anders Programm enthüllt das Abschlusskonzert der AULA KLASSIK Reihe den einzigartig spannenden roten Faden aller Konzerte der Serie. Es geht nicht nur um die einfache konzeptionelle Konfrontation von klassischen und zeitgenössischen Werken, sondern vor allem auch um den Umgang, die Verarbeitung, die Variation von altbekannten, vollkommenen Melodien der Musikgeschichte in neueren Werken unserer Zeit. Es ist die fortlaufende Konfrontation von Vollkommenem mit dem Zerklüfteten und Zerrütteten. Es geht um die von Ives so wunderbar sphärisch in Musik gegossene unbeantwortete Frage, was klassische Musik heute ist, was sie will und wohin sie uns auf der Basis unserer so festgefahrenen Hörgewohnheiten, die sich von den Altbewährten und eisern Erlernten auf Gedeih und Verderb nicht trennen wollen, zu führen gewillt ist. Und so zelebriert Koehne in seinem Werk mit dem womöglich längsten Titel unserer Zeit die vermeintlich vollkommene Klangwelt Bachs, feiert Kats-Chernin die unvollkommen schöne Zerissenheit dissonanter Akkordreihen und eröffnet uns Hindson bisher nicht gekannte Klanghorizonte. Zurück bei Schubert merken wir, dass auch der schönst Klang unvollendet nicht vollkommen sein kann. Oder vielleicht doch? Es wird wohl immer eine unbeantwortete Frage bleiben – die Frage nach wahrer Schönheit in der Musik.

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