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SONNTAGSMATINEE 5 AM DONNERSTAG 7. APRIL UM 19:45 UHR

Maurice Ravel (1875-1937) Ma mère l’oye – Meine Mutter, die Gans (von Ravel orchestrierte Suite)

Camille Saint-Saëns (1835-1921) Violinkonzert Nr. 3 h-Moll op. 61

Georges Bizet (1838-1875) Carmen Suite Nr. 1


Nicolás Pasquet Dirigent

Sara Göbel Violine

Göttinger Symphonieorchester


Das GSO-Konzert »Sonntagsmatinee 5 – Youngstars« wird vom 10. auf den 7. April 2022 vorverlegt und findet nicht im Deutschen Theater, sondern in der Lokhalle 3 in Göttingen statt. Beginn ist um 19:45 Uhr. Neu dabei ist der in Uruguay geborene, international gefeierte Dirigent Nicolás Pasquet; der Leiter des Landesjugendsinfonieorchesters Hessen präsentiert ein rein französisches Programm: Neben Werken von Maurice Ravel und Georges Bizet wird Camille Saint-Saëns‘ drittes Violinkonzert zu erleben sein, bei dem die überaus talentierte Violinistin Sara Göbel den Solopart übernimmt. Das Konzert findet in Kooperation mit der Stiftung »Jugend musiziert Niedersachsen« sowie mit großzügiger Unterstützung der AKB Stiftung Einbeck statt.

Tickets sind auf der Homepage des GSO unter www.gso-online.de sowie an allen bekannten VVK-Stellen erhältlich.


Maurice Ravel entführt uns mit »Ma mère l'oye« auf eine träumerische Reise voller impressionistischer Klanggebilde. Vordergründig kindlich und einfach erscheinen die Themen, dabei sind sie durchaus geistreich und überirdisch schön im Ausdruck. Wir betreten das Reich von Märchen und fantasievollen Traumbildern, das entrückt von jeglicher Form und jeglichen irdischen Vorbildern scheint. Ravel fasste ursprünglich 1908 fünf Märchen-Klavierstücke (von Dornröschen über den Kleinen Däumling bis zur Schönen und das Biest) zu einem Zyklus zusammen, der mit »Le jardin féerique« (»Der märchenhafte Garten«), wohl einer eigenen märchenhafte Dichtung, schließt. »Ma mère l'oye« erscheint uns wie die reine komponierte Unschuld. Aufgrund des großen Erfolgs wurde das Werk in verschiedenen Fassungen umgeschrieben und aufgeführt. In der vorliegenden Partitur für Orchester entfaltet sich der ganz intime Zauber der Handschrift Ravels in seiner ursprünglichen Intention und stiftet zum Fantasieren und Träumen an.


Der französische Komponist Camille Saint-Saëns schrieb sein drittes und letztes Violinkonzert 1880 – er hatte in dieser Gattung also bereits einige Erfahrung. Und das hört man auch: So klanglich satt und lyrisch begeistert es die Hörer bis heute. Neben den etwas weniger beachteten Violinkonzerten Nummer eins und zwei ist dieses berauschend romantische Werk durchaus oft auf den Spielplänen zu finden. Der positive Einfluss von dem Virtuosenstar Pablo de Sarasate ist – wie in allen Werken, die Saint-Saëns für die Violine schrieb – deutlich hörbar. Im ersten Satz steht die Solostimme entsprechend prominent im Vordergrund. Dieser Konzertbeginn bietet alles, was an der populären Gattung so besticht: Virtuosität, melodischer Ideenreichtum, verspielte Zartheit und orchestrale Themenverarbeitung. Im langsamen zweiten Satz begleitet das Orchester den Gesang der Violine mit einem Barkarolen-Rhythmus – hübsch, wie zudem die Holzbläser die Themen der Solistin ihrerseits aufnehmen. Außerdem hören wir eine berückend schöne Kadenz der Violine; allerdings begibt sie sich durchaus auch mal in den Hintergrund, etwa wenn sie Teile der Streicherbegleitung übernimmt. Den dritten Satz eröffnet eine weitere Kadenz, bevor Saint-Saëns gegen Ende die Klangmöglichkeiten des großen Orchesters ausspielt, indem er die Blechbläser in den Dienst eines Choral-Hymnus‘ stellt.


Wenn wir an französische Musik denken, darf aber einer nicht fehlen: Georges Bizet, der mit der bekanntesten französischen Oper »Carmen« einen Welthit schuf. Die Vorstellungen der Titelheldin von der freien Liebe galten offiziell als skandalös, und ihr Bühnentod durch den eifersüchtigen Don José machten sie gewissermaßen zur Märtyrerin für den kollektiven Wunsch nach emotionaler Freiheit. Zugleich gelang es Bizet spanisches Musikkolorit mit gewohnten mitteleuropäischen Effekten zu kombinieren. Anstelle des zweieinhalbstündigen Bühnenwerks bieten die Suiten, von denen in diesem Konzert die erste zu hören ist, kurz, knapp und dennoch recht umfassend Gelegenheit, einen guten Eindruck von der musikalischen Wucht zu bekommen, die Bizets Partitur zu entfalten vermag.



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